Bald gibt es die Domain-Endung .salzburg, also Internetadressen wie deinbetrieb.salzburg. Am 7. Oktober 2026 hat die ICANN, die weltweit die Endungen vergibt, die Bewerbung dafür veröffentlicht, und seitdem nehmen die ersten Händler Vormerkungen an. Aufmerksam geworden ist unsere Redaktion durch einen Bericht von Salzburg24 vom 8. Oktober 2026. Für viele Betriebe stellt sich damit die Frage: Brauchen wir das?
Kleiner Spoiler: Für dein Ranking bei Google bringt die Endung nichts. Als zweite Adresse für deine Marke kann sie trotzdem sinnvoll sein. In diesem Beitrag steht, was bisher feststeht, was .wien seit 2014 zeigt und was du jetzt schon tun kannst.
Vorweg: Wir sind eine Marketingagentur aus Salzburg und verkaufen keine Domains. Wir verdienen also nichts daran, ob du eine .salzburg-Adresse nimmst oder nicht.
Hinter .salzburg steht ein Salzburger Unternehmen
Beworben hat sich die tldbox GmbH aus der Stadt Salzburg, ein Unternehmen der nic.at-Gruppe. nic.at verwaltet auch die Endung .at. Laut tldbox gibt es keine anderen Bewerber um .salzburg, und man habe sich mit Stadt und Land Salzburg abgestimmt, wie Salzburg24 berichtet.
Die Bewerbung ist Teil einer großen Runde: Zum ersten Mal seit 2012 konnten sich Unternehmen um neue Endungen bewerben. Die ICANN hat im Oktober 2026 insgesamt 1.615 Bewerbungen veröffentlicht. Aus Österreich sind unter anderem .salzburg, .linz und .vienna dabei. Allein die Bewerbung kostet rund 227.000 US-Dollar.
Händler wie Domaintechnik aus Straßwalchen verkaufen die Adressen später an dich. Sie nehmen schon jetzt kostenlose und unverbindliche Vormerkungen an.
Vor Ende 2027 kannst du nichts registrieren
Der Weg bis zur ersten .salzburg-Adresse ist lang:
- 7. Oktober 2026: Die ICANN veröffentlicht die Bewerbungen.
- 17. November 2026 bis 16. März 2027: Wer Einwände hat, kann sie einbringen.
- Danach rund 180 Tage: Die ICANN prüft die Bewerbung. Die Reihenfolge der Prüfungen wird im ersten Halbjahr 2027 ausgelost.
- Frühestens Ende 2027 oder Anfang 2028: Die ersten Adressen können registriert werden, so schätzen es tldbox und Domaintechnik.
Wenn es so weit ist, kommt die Vergabe in Phasen. Zuerst sind Inhaber eingetragener Marken dran, dann folgt meist eine Phase mit eigenen Regeln für begehrte Namen, und erst danach gilt: Wer zuerst kommt, bekommt die Adresse. Wer eine .salzburg-Adresse haben darf, ob also ein Bezug zu Salzburg nötig ist, steht noch nicht fest. Bei .wien reicht es, selbst zu erklären, dass man eine Verbindung zu Wien hat.
Bei Google bringt die .salzburg-Domain keinen Vorteil
Das ist der wichtigste Punkt für dich. Google hat schon 2015 erklärt, wie es mit neuen Endungen umgeht: Ein Suchbegriff in der Endung bringt beim Ranking weder einen Vorteil noch einen Nachteil. Endungen wie .bayern oder .london behandelt Google wie .com, auch wenn sie nach einer Region aussehen. So steht es bis heute in der Dokumentation von Google.
Für Betriebe in Österreich heißt das sogar: Eine .at-Adresse ist für Google ein Hinweis, dass du für Österreich gedacht bist. Bei .salzburg fällt dieser Hinweis weg.
Auch in Google Maps zählt die Endung nicht. Dort entscheiden laut Google drei Dinge, wer oben steht: wie gut ein Eintrag zur Suche passt, wie nah er ist und wie bekannt er ist. Und ChatGPT und Co. zitieren Websites nach einer Auswertung von Otterly.AI (Mai 2026) unabhängig von ihrer Endung.
Der Händler Domaintechnik sagt, wer bei „vienna hotels“ die Adresse hotels.vienna sieht, wisse sofort, dass er richtig ist, und klicke eher. Eine Studie dazu gibt es nicht, und die Aussage stammt von einem Unternehmen, das die Adressen verkauft.
.wien zeigt, was dich erwartet
Wien hat seine eigene Endung seit 2014. Heute gibt es rund 15.000 .wien-Adressen, im August 2015 waren es schon 13.499. In elf Jahren kamen also kaum 2.000 dazu. Zum Vergleich: Unter .at sind über 1,5 Millionen Adressen registriert, .wien hat damit rund ein Prozent davon.
Der Betreiber von .wien sagte dem ORF im Oktober 2026 ganz offen: „Wir hätten uns mehr erhofft.“ Bei .tirol sind es rund 8.000 Adressen. Für .salzburg rechnet Domaintechnik mit 4.300 bis 6.000.
Das heißt nicht, dass die Endung schlecht ist. Es heißt nur, dass die meisten Kunden weiter .at eintippen, und dass die Endung allein keinen Betrieb bekannter macht.
Für Marke und Tourismus kann es sich lohnen
Es gibt gute Gründe für eine .salzburg-Adresse:
- Kurze, sprechende Namen. In einer neuen Endung sind Wörter wie hotel, skischule oder baeckerei noch frei. Unter .at sind sie längst vergeben.
- Gäste aus dem Ausland. Nach „Salzburg“ wird laut Domaintechnik rund 474.000 Mal im Monat gesucht, zu 91 % aus dem Ausland. Für Hotels, Restaurants und Ausflugsziele kann eine Adresse mit Salzburg darin ein Erkennungszeichen sein, auf einem Plakat, einem Prospekt oder in einer Kampagne.
- Deinen Namen schützen. Ist dein Firmenname eine eingetragene Marke, kannst du dir die Adresse in der ersten Phase vor allen anderen sichern. So schnappt sie dir niemand weg.
Wer kein Hotel und keine Marke mit Blick auf Gäste hat, braucht .salzburg meist nicht.
Nutze .salzburg als zweite Adresse, nie als Umzug
Wenn du dir eine .salzburg-Adresse holst, dann als zusätzliche Adresse, die auf deine bestehende Website weiterleitet. Deine .at-Adresse bleibt die Hauptadresse.
Ein Umzug auf eine neue Endung kostet mehr, als er bringt. Google muss jede Seite neu zuordnen, alle Links von anderen Seiten zeigen auf die alte Adresse, und deine E-Mail-Adresse steht auf Visitenkarten, Rechnungen und in den Kontakten deiner Kunden. Google schreibt dazu selbst, dass man am besten eine Adresse wählt, die langfristig passt.
Eine Weiterleitung dagegen kostet nur die Gebühr für die Adresse. Rechne mit einem Preis wie bei .wien, dort sind es bei Domaintechnik 39,90 € im ersten Jahr und danach 53,99 € im Jahr.
Das kannst du jetzt schon tun
Bis Ende 2027 musst du nichts entscheiden. Drei Dinge kannst du aber schon heute erledigen:
- Prüf, ob dein Name als Marke eingetragen ist. Nur eingetragene Marken haben in der ersten Phase Vorrang.
- Merk dir den Wunschnamen vor, wenn er dir wichtig ist. Die Vormerkung ist kostenlos und unverbindlich, garantiert dir die Adresse aber nicht.
- Stell nichts um. Deine .at-Adresse bleibt, wie sie ist.
In Salzburg gefunden wirst du anders
Wenn du in Salzburg von neuen Kunden gefunden werden willst, liegt der Hebel woanders. Wer „Installateur Salzburg“ oder „Physiotherapie Salzburg“ sucht, sieht zuerst die Karte mit drei Betrieben, und die hängt an deinem Google-Maps-Profil. Danach zählen eine eigene Seite für jede Leistung mit dem Ort darin und Bewertungen, in denen deine Kunden die Leistung nennen.
Wie das im Detail geht, steht in unserem Beitrag zu Local SEO. Was eine Website hier kostet, steht in Was kostet eine Website in Salzburg?, und welche Agenturen es in der Stadt gibt, in unserem Vergleich der Webdesign-Agenturen in Salzburg.
Kurz zu uns: Studio Erlach ist eine Marketingagentur aus Salzburg. Wir sorgen dafür, dass neue Kunden dich bei Google und in ChatGPT zuerst finden, etwa mit Webdesign in Salzburg, das auf Anfragen gebaut ist. Willst du wissen, wo dein Betrieb in Google Maps steht? Mit der Profil-Analyse sehen wir es uns an. Lieber erst kurz reden? Gespräch buchen.



