Die Ausgangssituation
Janina Krinke führt mit Bon Voyage Interieur ein Interior-Atelier in Hamburg. Kuratierte Möbel, Accessoires, Textilien, Stücke, die nicht in jedem Standard-Möbelhaus stehen. Eine eigenständige Bildsprache. Eine eingeschworene Kundschaft, die das Atelier schon vor dem Relaunch kannte.
Online war Bon Voyage bereits sichtbar. Aber: zwischen dem, was die Marke offline ausgestrahlt hat, und dem, was der Online-Shop daraus gemacht hat, klaffte eine Lücke. Besucher kamen, schauten kurz, kauften selten. Der Shop funktionierte, aber er hat das Brand-Gefühl nicht weitergetragen, und die Conversion-Mechanik hat Umsatz liegen lassen.
Janina hat das selbst gemerkt. Sie wusste, dass mehr drin ist. Sie wusste nur nicht genau, wo der Hebel sitzt.
Das Ziel
Kein Greenfield-Aufbau. Kein Brand-Umbau. Sondern ein gezielter Shopify-Relaunch, der zwei Dinge gleichzeitig leistet:
Erstens: das bestehende Brand-Gefühl bewahren und sichtbar machen. Bon Voyage ist nicht IKEA. Der Shop darf sich nicht wie eine Discounter-Plattform anfühlen, sondern wie ein digitaler Showroom, ruhig, kuratiert, mit Charakter.
Zweitens: die Mechanik dahinter neu denken. Wo zögern Käufer? Wo brechen sie ab? Was fehlt zum letzten Klick? Conversion-Pfade, Produktseiten, Checkout, alles auf den Prüfstand.
Shopify als technische Foundation: skalierbar, leicht zu pflegen, kein Custom-CMS-Albtraum. Janina wollte den Shop nach dem Launch selbst pflegen können, ohne mich jedes Mal anrufen zu müssen.
Phase 1: Audit & Strategie
Erst Verstehen, dann Bauen. Wir haben uns durch den bestehenden Shop gearbeitet, als Käuferin, nicht als Entwickler. Wo bleibe ich hängen? Wo fehlt mir Information? Wo will ich klicken, aber der Pfad ist nicht da?
Drei strukturelle Probleme sind dabei rausgekommen:
Die Produktseiten haben das Stück nicht verkauft, sondern nur beschrieben. Bilder, Maße, Preis, fertig. Was fehlte: warum dieses Stück, wofür, wie sieht es im Raum aus, was passt dazu.
Die Navigation war funktional, aber wenig kuratiert. Statt einer logischen Stilreise, gleichbedeutend mit „Du wirst geleitet“, war es eine flache Auflistung.
Der mobile Checkout hatte zu viele Felder, zu viele Schritte. Auf einem Tablet beim Café-Tisch, der typische Bon-Voyage-Kaufmoment, war das zu viel Reibung.
Phase 2: Shopify-Theme & Build
Strategie kam zuerst, dann das Webdesign. Konkret in dieser Reihenfolge:
1. Bildsprache wieder zentral stellen
Bon Voyage lebt vom Bild. Großzügige Produktfotos, ruhige Räume, viel Weißraum. Im neuen Theme bekommen Bilder mehr Platz, weniger Konkurrenz durch UI. Typografie zurückhaltend, klar, hochwertig, sie führt, ohne sich vorzudrängen.
2. Produktseiten als Verkaufsmomente
Jede Produktseite wurde zur kleinen Story umgebaut: was es ist, woher es kommt, in welchem Raumkontext es lebt, was sich kombinieren lässt. „Ähnliche Stücke“ als integrierte Cross-Sell-Logik. Die Seite verkauft nicht mehr nur das Stück, sie verkauft das Zuhause, in dem es stehen wird.
3. Checkout entschlackt
Felder reduziert, Schritte zusammengelegt, mobile Tap-Targets vergrößert. Wo möglich: Zahlungsoptionen direkt im Checkout, ohne Umweg über externe Seiten. Vom Warenkorb zur Bestätigung in wenigen Sekunden.
4. Eigene Pflege ohne Nachfragen
Das Theme so aufgebaut, dass Janina neue Produkte, Kollektionen und Landingpages selbst anlegen kann. Keine Custom-Komponenten, die nur ich verstehe. Standardisierte Bausteine, die zum Shop passen, und die sie alleine zusammenklicken kann.
Das Ergebnis
Nach dem Relaunch: +18% Umsatz im Vergleich zur Periode davor. Gleiche Marke, gleiche Zielgruppe, gleiche Produkte, nur die Mechanik dahinter arbeitet jetzt für Janina, statt gegen sie.
Was sich konkret geändert hat:
Conversion-Rate gestiegen, weil die Produktseiten den Kaufimpuls jetzt unterstützen statt unterbrechen.
Durchschnittlicher Warenkorb-Wert gestiegen, weil die Cross-Sells als kuratierte Empfehlungen wirken statt als Werbung.
Mobile Käufe deutlich gestiegen, der entschlackte Checkout zahlt sich besonders dort aus, wo Käufer beim Scrollen am Sofa entscheiden.
Janina pflegt den Shop heute selbst, sie braucht mich nur noch für strategische Weiterentwicklungen, nicht für jede Produktänderung.
Was Janina sagt
Tobias macht einfach. Unkompliziert, professionell, kreativ. Er hat unseren Online-Shop auf ein neues Level gebracht, und unsere Umsätze sind seit dem Relaunch deutlich gestiegen.
Die Lektion: Brand bleibt, Mechanik wird neu gedacht
Was du aus dieser Case Study mitnehmen kannst, wenn du selbst einen E-Commerce-Shop betreibst:
Mehr Umsatz heißt selten neue Marke. Es heißt fast immer: gleiche Marke, bessere Mechanik.
Janina hat Bon Voyage über Jahre als Brand aufgebaut. Dieses Vertrauen, diese Bildsprache, diese Stammkundschaft, das wirft man nicht über Bord, nur weil der Shop ein Update braucht. Im Gegenteil: der Relaunch musste die Brand-DNA verstärken, nicht ersetzen.
Der Hebel saß nicht im Branding. Er saß in den Verkaufspfaden, den Produktseiten, der Checkout-Logik. Genau dort, wo Käufer Entscheidungen treffen, und genau dort, wo Janina vorher Umsatz verloren hat.
Was kostet so ein Projekt?
Ein Shopify-Relaunch in dieser Tiefe, mit Audit, individueller Theme-Anpassung, Conversion-Optimierung und Schulung, liegt in der Regel zwischen 6.000€ und 12.000€. Die Investition rechnet sich, wenn der Shop bereits Umsatz macht. Bei Bon Voyage hat sich die Investition innerhalb weniger Monate amortisiert.
Wer noch keinen Shop hat, sondern bei null anfängt, sollte tendenziell kleiner einsteigen. Aber wer bereits Traffic und Umsatz hat, und merkt, dass mehr drin wäre, bei dem ist ein gezielter Relaunch oft der schnellste Hebel.
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